Facelifting (Gesichtslifting)

Artikel aus Ki-Magazin 1/2003

Grenzen und Möglichkeiten
Schönheitsoperationen werden oft sehr diskret durchgeführt. Deshalb kennen viele den Ablauf eines Facelifting nicht genau. Die Angst vor unnatürlichen Ergebnissen oder Narben lässt sie nach neuen Methoden suchen. Aber nicht alle sind seriös.
Sich jung fühlen und jung aussehen dies ist der Wunsch der meisten Menschen. Von ihm lebt die Kosmetik und auch die Schönheitschirurgie. Im Bereich der Kosmetik kann man verschiedene Behandlungen einfach ausprobieren und so leere Versprechungen von Bewährtem unterscheiden. Fehlentscheidungen hinterlassen nur sehr selten Dauerschäden. Bei einer chirurgischen Korrektur des Gesichtes hingegen begleitet die Angst vor einem dauerhaften unnatürlichen Ergebnis, entstellenden Narben und einer langen, unangenehmen Abheilungsphase den Wunsch nach einem verbesserten Aussehen.

Aufklärung ist notwendig
Schönheitsoperationen werden überwiegend sehr diskret durchgeführt. Deshalb wissen viele Menschen nur sehr wenig über den tatsächlichen Ablauf einer Facelifting Operation. Medienberichte, die oft vor allem die negativen Aspekte hervorheben, fördern Ängste vor derartigen Eingriffen. Als Reaktion versuchen viele Ärzte die Vorbehalte vor einem Facelifting abzuschwächen. In verharmlosender Weise erwecken sie den Eindruck, es gäbe neue Methoden, die mit minimalem Aufwand ein maximales Ergebnis erzielen. Vielversprechende Bezeichnungen wie z.B. «Minilifting», «Softlifting», «Biolifting», «S-Lifting» werden kreiert.
Auch Ärzte werden getäuscht Ihnen werden z.B. Wochenendkurse angeboten, bei denen sie ein vermeintlich einfaches chirurgisches Verfahren erlernem sollen, mit dem man mit minimalen Aufwand eine perfekte Gesichtsverjüngung erzielen kann. Diese Art des Minilifting wird dann als ideal für den «jungen Patienten» und den «jungen Arzt» angepriesen – nichts anderes also als eine Behandlung für jemanden, der eine Operation evtl. noch gar nicht benötigt und für einen Arzt, der über keine fundierte Erfahrung verfügt Diese Art der Werbung wird der eigentlichen Bedeutung der Faceliftchirurgie nicht gerecht und führt Patienten sowie Ärzte in die Irre.
Langfristig gesehen schadet sie dem Ansehen der ästhetischen Chirurgie. Man sollte also klären, was sich hinter den Begriffen «Minilifting», «richtiges» oder auch «konventionelles» Lifting verbirgt.
Die Faceliftchirurgie hat sich in den vergangenen rund hundert Jahren zu einer regelrechten Wissenschaft entwickelt. Dank vieler Innovationen unzähliger Chirurgen stehen uns heute Techniken zur Verfügung, die eine äußerst natürlich erscheinende Verjüngung des Gesichtes ermöglichen und etwaige Risiken extrem gering halten. Bei der Bewertung der unterschiedlichen Operationsverfahren war früher meistens das erzielbare Ergebnis entscheidend. Es wurde als selbstverständlich vorausgesetzt dass der Chirurg über die erforderlichen Fähigkeiten verfügt, um auch äußerst anspruchsvolle Operationen durchzuführen zu können.

Mehr als ein Schnittmuster
Kennzeichen der fortgeschrittenen Faceliftchirurgie ist daher, dass der umfang der notwendigen Schnitte sowie Korrekturen der tieferen Gewebeschichten im Wangen- und Halsbereich von den individuellen Erfordernissen bestimmt wird.
Die «Minilifting»-Chirurgie basiert dagegen auf einer sehr vereinfachten, standardisierten Beschränkung der Schnitte und Gewebekorrekturen. Individuelle Notwendigkeiten bleiben unberücksichtig. Dies kommt vor allem dem ungeübten Chirurgen entgegen und kann den trügerischen Eindruck erwecken, besonders schonend zu sein.
Der Wert einer Behandlung bemisst sich jedoch vor allem an ihrem Ergebnis, dem damit verbundenen Aufwand und den Risiken. An ein erfolgreiches Facelifting sollte man folgende Anforderungen stellen: Es sollte vor allem eine deutlich siehtbare und anhaltende Verjüngung des Gesichtes bewirken. Die notwendigen Schnitte werden so platziert, dass sie möglichst geringe Spuren hinterlassen. Unannehmlichkeiten sollten minimal gehalten werden und die operationsbedingte Ausfallzeit sollte möglichst kurz sein, um ein harmonisches Gesamtergebnis zu erzielen, müssen alle altersbedingten Veränderungen des Gesichtes in die Operationsplanung mit einbezogen werden. Neben den Wangenweichteilen betrifft dies vor allem auch den Hals und die Stirnregion, Ansonsten kann ein unnatürlich erscheinendes Ungleichgewicht entstehen.
Miniliftings führen eigentlich nur zu einer Hautstraffung im Wangenbereich. Den Hals kann man kaum beeinflussen. Aber nur sehr wenige Patienten haben überhaupt keine erkennbaren Altersveränderungen im Halsbereich. Dies schränkt die Anwendung des Minilifting entscheidend ein.
Eine deutlich verkürzte Abheilzeit wird häufig als ein Vorteil des Miniliftings herausgestellt. Aber auch nach einem sorgfältig geplanten und gewissenhaft durchgeführten «richtige» Lifting ist der Patient bereits nach zehn Tagen meistens wieder voll gesellschaftsfähig. Mindestens sechs Tage halten sichtbare Operationszeichen auch bei sehr eingeschränkten Operationen an. Kein überzeugendes Argument also für die Vereinfachung eines bewährten Operationsverfahren, wenn damit nur ein deutlich schlechteres Ergebnis erzielt werden kann.
Ein anderer Vorteil, der sehr gern für das Minilifting angeführt wird, ist die kurze Operationszeit Tatsächlich kann hier auch ein ungeübter Chirurg in weniger als 45 Minuten die Wangenhaut begrenzt lösen und straffen. Ein umfassendes Lifting kann mehrere Stunden in Anspruch nehmen. Allerdings werden für ein «Minilifting» dieselben Kosten berechnet wie für ein «richtiges» Lifting. Bei aller Kritik am «Minilifting»: muss allerdings auch betont werden, dass gerade die wissenschaftlich begründete Faceliftchirurgie individuell begrenzte Behandlungen ermöglicht insofern besteht kein Gegensatz. Allerdings können neben der Länge der Schnitte und der Ausdehnung der Hautlösung noch andere Faktoren mit dazu beitragen, dass ein Lifting zu einem für den Patienten als «Miniiifting» empfundenen Eingriff wird.
Neben der schonenden chirurgischen Behandlung gewährleistet auch eine optimale Nachbehandlung die schnelle Abheilung. Dies ist auch ein wichtiges Betätigungsfeld der Kosmetik.